Musiker

Juliano Rossi

Swing-Jazz

Anfang 1996 fragte der mittlerweile sehr bekannte Fotograf Olaf Heine seinen Freund Oliver Perau, ob er Lust hätte, auf seiner ersten Vernissage ein paar Songs zu singen. Oliver Perau sagte spontan zu, ließ sich als Juliano Rossi ankündigen und überraschte an diesem Abend die Zuschauer in dem überfüllten Ausstellungsraum mit der Darbietung alter Swing-Klassiker von Sammy Davis jr., Dean Martin und Frank Sinatra.

Oliver Perau verlor die Lust am Musikmachen, rappelte sich noch einmal zu einer, wie er selbst sagt "musikalischen Irrfahrt" hoch, wurde vom Playgirl zum "Mann des Jahres" gekürt, ... sprang als Sänger bei der Japan-Tournee einer befreundeten Punkband ein, veröffentlichte ein deutschsprachiges und viel zu schwermütiges Album und geriet danach zwangsläufig in die Fänge des bürgerlichen Lebens.

Bis dahin kannte man Herrn Perau eher als äußerst impulsiven, stagedivenden und durchaus erfolgreichen Sänger der Rockband Terry Hoax.
All die Jahre zuvor hatte Peraus Rocksänger-Dasein kaum vermuten lassen, dass in seinem Plattenschrank fast ausschließlich alte Swing-Platten, zerkratzte Burt Bacharach Scheiben und Jazz-Raritäten vom Flohmarkt standen. Nach der jedoch fast zeitgleichen Trennung Peraus von der Band Terry Hoax, die er acht Jahre zuvor mitgegründet hatte und der damit verbundenen Auflösung dieser Band, verbrachte Perau die restliche Zeit des Jahres in der damals noch sehr lebhaften Jazz-Szene Hannovers. Er stellte mit den angesagtesten Jazzmusikern seiner Heimatstadt eine Band zusammen und gab weitere Konzerte. Schon damals prophezeite die Hannoversche Allgemeine Zeitung: "Oliver Perau am Ziel."

Oliver Perau bekam das Angebot eines festen Engagements in einem angesagten und sehr geschmackvollen Club in Hannover. Perau, der sich schon fast vom Musikerleben verabschiedet hatte, war bereit, die naheliegenden Vergleiche mit Robbie Williams in Kauf zu nehmen. Fortan spielte er alle drei Monate vor begeistertem Publikum und ausverkauftem Haus. Doch siehe da: Die Vergleiche blieben aus. Von großer Authentizität Juliano Rossis und von seiner ehrlichen Leidenschaft zu dieser Art von Musik war in der Presse die Rede.

Da Oliver Perau keine Lust hatte noch einmal bei Plattenfirmen vorstellig zu werden, veröffentlichte er im Januar 2003 im Alleingang und Eigenvertrieb sein erstes Juliano Rossi Album mit dem Titel If My Friends Could See Me Now. Die Resonanz war erstaunlich: Auf der Homepage Juliano Rossi stapelten sich die CD Bestellungen und über die unkonventionellen Verkaufswege befreundeter Restaurant- und Cafébesitzer, Frisörsalons, kleiner Modeboutiquen, Buch- und Plattenläden verkaufte sich die CD wie geschmiert.
Ende 2003 meldete sich dann ein Jazzlabel namens ROOF Music (Echogewinner 2004 in der Sparte Jazz mit Götz Alsmann) bei Herrn Perau.
Anfang 2002 brach auf Grund einer Veröffentlichung eines gewissen Herrn Williams auch über Deutschland eine Swing-Welle herein und in Hannover erinnerte man sich wieder an Juliano Rossi. Hatte der nicht genau so was auch schon mal gemacht?!

Angesichts des vorherigen und (verhältnismäßig) großen Erfolges mit Terry Hoax und der all zu drastischen Metamorphose von Oliver zum Juliano, verweigerten die Talentsucher der Plattenfirmen jegliches Interesse. Swing war das Letzte, was sie damals interessierte.

Im März 2004 veröffentlichte ROOF Music noch einmal das Debüt-Album von Juliano Rossi deutschlandweit. Er erntet damit wohlwollende Kritiken, verbleibt aber als Geheimtipp, woran auch ständige, umjubelte Live-Auftritte nichts ändern. 2005 kommte es zu zwei Reunion-Konzerten mit den alten Terry Hoax-Kollegen.

Neben weiteren Kooperationen mit Terry Hoax arbeitet Juliano Rossi parallel an seiner Solokarriere und spielt regelmäßig LIVE konzerte.